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Stimmgabeln – Für den kompletten Status unverzichtbar

Stimmgabeln in der Medizin sind fest verbunden mit Namen wie Weber und Rinne oder Rydel Seiffer. Zu jeder sorgfältigen ganzkörperlichen Untersuchung eines Patienten gehören untrennbar auch Untersuchungen mittels Stimmgabel.
Als Standard in der Neurologie und auch als die wohl bekannteste neurologische Stimmgabel ist die graduierte Stimmgabel nach Rydel-Seiffer c 128 Hz/C 64 Hz anzusehen. Diese kalibrierte Stimmgabel besitzt abnehmbare Dämpfer mit 1/8 Skalenteilungen und wird zur Feststellung eines gestörten Vibrationsempfindens, der Pallaesthesie, verwendet und dient zur Diagnose der Polyneuropathien, wie sie z. B. bei Diabetes mellitus auftreten können. Mit den angeschraubten Dämpfern schwingt die Gabel mit 64 Hz. Die Referenzmarken für die exakte Einstellung befinden sich bei der Original KaWe Stimmgabel auf der Rückseite der Gabelzinken. In diesem Zustand wird die Stimmgabel bei der Vibrationsprüfung benutzt. Durch den angeschraubten Kunststofffuß ist eine sanfte Übertragung der Vibrationen von der Stimmgabel auf den Patienten garantiert. Ohne Dämpfer schwingt das Instrument mit 128 Hz und wird für einfache Überprüfungen des Gehörs und der Knochenleitfähigkeit eingesetzt. Diese, im Jahre 1903 erstmals angewandte Stimmgabelmethode zur Sensibilitätsüberprüfung gilt auch heute noch als eine der Zuverlässigsten und Sichersten.
Der Weber-Versuch dient zur Feststellung einer Lateralisation des Hörempfindens unter Verwendung einer Stimmgabel. Der Physiologe Ernst Heinrich Weber (1795–1878) aus Leipzig beschrieb ihn erstmals 1825. Der Hildesheimer Psychiater Heinrich Rinne (1819–1868) ergänzte den Test 1855. Während der Weber-Versuch dem Vergleich der Schallempfindung zwischen beiden Ohren bei Knochenleitung dient, vergleicht der Rinne-Versuch zwischen Luft- und Knochenleitung. Beide Versuche zusammen bilden einen Standardtest zur Untersuchung einer Hörschädigung bzw. des achten Hirnnervs.